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Schlosspark mit asiatischem Einschlag

Der Schlosspark Dennenlohe liegt samt Schloss in Mittelfranken, in einer reizvollen, leicht geschwungenen Landschaft. Bekannt ist der Park wegen seiner Rhododendron-Sammlung. Das war auch der Grund, weshalb Christine Bahlo das Treffen der Helleborus-Fachgruppe der GdS (Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.) dort organisiert hat. Es war ein schönes Wiedersehen mit vielen Mitfahrern bei unserer Reise im Februar. Samentausch war auch angesagt und so okkupierten wir nach dem Mittagessen einen Tisch, der mit den abgeschnittenen Blüten mit den angesetzten Samen. Eine besondere Freude war es mir, Markus und Wolfgang endlich persönlich kennen zu lernen, mit denen ich schon ein paar Jahre über Facebook verbunden bin. Ein großer Park Die Mauer um den Garten ist mit einem runden Tor durchbrochen, das in den Park führt, das ihr im Titelbild seht. Das ergibt wundervolle Durchblicke. Nicht nur an dieser Stelle hat der Schlosspark einen stark asiatischen Einschlag. Eine rote Brücke führt über einen Wasserlauf. Dieser verbindet den kleinen, mit Krebsscheren bedeckten Teich mit dem großen Mühlenweiher.  Entlang dem großen Weiher zieht sich ein Weg, der über Stege, Hängebrücken und Trittsteine. Überall stehen kleine japanische …

Blaue Wolke: Die wundervolle Wisteria

Wisteria, auch Blauregen oder Glyzinien genannt sind wilde Gehölze. Sie wachsen schnell und stark. Die Triebe werden bis zu 30 Meter lang und verholzen zügig. Die Stämme sind so stark, dass sie locker Verankerungen aus der Wand reißen oder Stützen zu Holzbruch zerdrücken. Einmal im Jahr blühen sie April/Mail in prächtigen langen Rispen in blau oder weiß. Der Duft ist sehr stark. Oft gibt es eine schwächere Nachblüte. Die Samenkapseln sind sehr lang und etwas gepelzt und sie hängen an langen Stielen. Das sieht den ganzen Winter über interessant aus. Sie lassen sich mit viel Arbeit disziplinieren. Das bedeutet, sie regelmäßig kräftig zu schneiden. Wer dies gezielt macht, kann Wisterien zu einem hübschen Gehölz in fast beliebigen Formen ziehen. Denn sie haben eine fast unbegrenzte Energie, wieder auszuschlagen und werden viele Jahre alt. In Japan gibt es uralte Wisterien mit sehr charaktervollen Stämmen und Stammformen. Der japanische Blauregen, Wisteria floribunda, hat sehr lange Blütenrispen, die nahezu bis zu einem Meter lang werden können. Häufiger hier zu finden ist der chinesische Blauregen, Wisteria sinensis. Er hat kürzere Blütentriebe, dafür …

April im Hermannshof: Die Flut der Tulpen

Was wäre der Hermannshof ohne die Tulpen-Flut, die sich ab April dort ergießt? Es ist ein spektakuläres Ereignis und auch für diejenigen schön, die es eher zurückhaltend lieben. Warum das so ist, das erkläre ich euch hier. Wenn man den Garten durch den Haupteingang betritt, geht der erste Weg meistens nach rechts in Richtung der großen Freifläche. Schon gleich leuchten die Farben der Tulpen durch die Bäume. Die großen Beetflächen, die im Herbst mit Rudbeckia und Helianthus in leuchtendem Gelb prunken, sind auch zum Frühjahr eine Augenweide. Die Tulpen scheinen willkürlich ins Beet geworfen. Geworfen trifft es schon ganz gut, denn sie werden tatsächlich auf diese Weise auf der Fläche verteilt. Allerdings folgt die Gestaltung einem klaren Plan. Denn was der Betrachter als fröhliche Farbenvielfalt wahrnimmt, ist fein abgestuft. Interessante Farbkombinationen sind bisweilen wagemutig, wie rot, pink und gelb. Bänder mit einer nahezu einheitlichen Farbe schaffen Ordnung. Direkt um den Cercis in der Mitte des Beets (siehe voriger Beitrag) findet sich viel Rot und Weiß. Die Mischung von früh- mittel- und spätblühenden Tulpen garantiert eine lange Blühphase …

Der Hermannshof im April: Gehölze

Der zweite Teil der April-Serie hat die Gehölze im Hermannshof zum Thema. Hier gibt es viele besondere Bäume und Sträucher. Ich hatte bereits geschrieben, dass die Magnolien Anfang April so wunderbar blühen, vor allem die große soulangeana „Lennei Alba“ in der Mitte des großen Rasens. Ausladend und prächtig beherrscht sie zu dieser Zeit das Bild. Sie wurde 1888 gepflanzt, um die gleiche Zeit wurde auch die prächtige denudata vor der Villa gesetzt.  Ende Februar blühten noch die Eranthis, Galanthus und Crocus tommasianus zu ihren Füßen. Ein Foto davon  hatte ich in meinem Beitrag Mitte März, aber hier ist noch eines für Euch: Natürlich blühen auch Kirschen, außerdem eher seltene Gehölze wie die japanische Schweifähre mit ihrer besonderen Struktur. Und versteckt auf der Rückseite des Trockenhügels wächst eine Chaenomeles-Art, bei der ich immer verzaubert stehen bleibe, weil mir die Blütenfarbe ausnahmsweise gefällt. Ich gestehe, ich mag das Gehölz nicht besonders, die sparrigen, dornigen Äste sagen mir nicht zu, aber mit diesem pudrigen Blassgelb macht sogar ein Chaenomeles Sinn.  Im vergangenen Jahr habe ich bereits die Cornus in Blüte …

Der Hermannshof im April: Narzissen

Zweimal im Abstand von drei Wochen war ich im April im Hermannshof und habe viel mitgebracht. Drei Tage hintereinander gibt es jetzt Fotos pur, denn ich habe noch etwas nachzuholen. Natürlich gibt es viele Zwiebeln zu dieser Jahreszeit, aber auch die blühenden Gehölze sind besonders. Anfang April beherrschten ganz klar die Magnolien und Cornus das Bild. Ende April sind es Cercis (Judasbaum), Davidia (Taschentuchbaum) und natürlich die Wisteria. Der Wisteria widme ich aber einen extra Beitrag – Ihr werdet verstehen, warum. Doch der Reihe nach. Starten wir mit den Narzissen und frühen Tulpen. Die Narzissen lieben ja eher einen normalen und feuchteren Gartenboden und es darf auch gerne leicht schattig sein. Daher stehen sie im Hermannshof an den entsprechenden Plätzen und blühen dort üppig. Hier ein paar Sorten: Narcissus cyclamineus „Jenny“, cyclamineus „Rapture“, jonquilla „Pipit“, triandrus „Thalia“, triandrus „Sailboat“, triandrus „Hawera“, triandrus „Petrel“ und triandrus „Ice Wings“. In den halbschattigen Bereichen sind die Narzissen großflächig gesetzt und mit Omphalodes kombiniert. Das ergibt einen hübschen blau-gelb-weißen Teppich. Außer Narzissen  In der vollen Sonne blühen die frühen Tulpen mit Muscari. Die leuchtend rote Tulipa praestans „Füsilier“ oder im …

Zwiebeln im Garten: Tulpen und Narzissen

Zwiebeln liebe ich – vor allem in der Erde. Nach Krokussen und Schneeglöckchen kommen im Vorfrühling die Tulpen und Narzissen. Früher konnte ich mit Tulpen im Garten nicht so viel anfangen, aber mittlerweile gefallen mir die bunten Bilder gut, die sich mit ihnen zaubern lassen. Bei mir im Garten ist es allerdings nicht so bunt, zu dieser Zeit jetzt blühen rosa, später dann rot und orange-Töne. Aber vor allem keine der wild gemusterten oder gekräuselten Sorten. Ich hatte mal eine, aber die kam so schlecht wieder, dass ich gerne darauf verzichte. So schön es ist, jedes Jahr neue Zwiebeln zu kaufen, so teuer ist es. Und lästig auch, wenn ich in den im Frühherbst noch vollen Beeten herumbuddeln muss. Also mussten Tulpen her, die halten und zuverlässig Tochterzwiebeln bilden, die blühen. Meine frühen Tulpen Zuerst, also noch zu Zeiten der späten Krokusse, blühen Tulipa humilis, eine Wildtulpenart, sowie eine greigii-Sorte, die ich aus den verschiedenen Ecken im Garten gerettet habe. Die frühen kaufmannia-Tulpen habe ich noch nicht, aber hier könnte ich mir durchaus noch etwas vorstellen. Im …

Spitzen und Badeschaum – Magnolien und Kirschen in Blüte

Üblicherweise bin ich alleine zum Fotografieren, auch wenn ich Blümchenbilder mache, wie jetzt zur Blüte der Magnolien und Kirschen. So war es eine Ausnahme, am vergangenen Wochenende zu zweit unterwegs zu sein. Jürgen und ich hatten im vergangenen Jahr gemeinsam am Makro-Kurs bei Pierre Johne teilgenommen und uns zum gemeinsamen Fotografieren verabredet. Ziel waren die Gärten der Universität Hohenheim. Die Gärten liegen auf der Filderebene am südlichen Rand von Stuttgart und ich habe bereits hier darüber geschrieben.   Im Frühjahr blühen dort Magnolien und Kirschen in voller Pracht. Da die Gärten wissenschaftliche Anlagen sind, sind dort viele verschiedene Sorten gepflanzt, teils noch sehr frisch, teils sehr alt. Magnolien in Spitze Im Gartenbereich, der das phylogenetische System abbildet, stießen wir auf zwei wunderbare Magnolien, eine denudata mit hellcremefarbenen Blüten und eine kobus mit filigranen weißen Blüten. Wie also diese großen Bäume ablichten? Was ist die Charakteristik, die die Bäume auszeichnet? So fing unser Tanz an, bestimmt eine Stunde brachten wir bei den beiden Magnolien und bei den umliegenden ebenfalls blühenden Corylopsis-Arten zu.    Magnolia denudata hat eine besondere Aststruktur von …

Volle Polle: Krokus, Iris und Schneeglöckchen

Schneeglöckchen, Iris und Krokus beginnen in meinem Garten das Jahr, zusammen mit den Helleboren. So ist ab Februar der Blütenreigen eröffnet und die Bienen nehmen das dankbar an. In diesem Jahr war es durch den kalten Winter deutlich später als sonst, erst Ende Februar. Aber dafür drückte alles gleichzeitig mit aller Macht aus dem Boden. Ich habe ein paar Fotos gesammelt, aber komme jetzt erst dazu, Euch etwas davon zu zeigen.  Den Anfang macht bei mir immer Iris histrioides „George“, dicht gefolgt von den frühen Galanthus und Crocus chrysanthus „Dorothy“. Letztere stehen so sonnig, dass sie einfach gar nicht anders können und als erste knallgelb in die Gegend leuchten. Noch ein gelber Krokus gehört zu den Frühstartern: Crocus ancyrensis, eine kleine Wildsorte, die in einem so reinen Gelb blüht, dass es kaum zu fotografieren ist. Die Blüten leuchten unglaublich stark und überstrahlen alles andere. Wenn es sehr kalt ist, hat man durchaus auch vier Wochen Freude an der Sonne im Beet. Eigentlich sollte Crocus ancyrensis eher durchlässigen Boden haben, wächst aber bei mir in normalem Boden …

Gartenreise im Winter nach Belgien: Galanthus

Was blüht noch um diese Jahreszeit – die Galanthus (Schneeglöckchen)! Um die zarten weißen Blümchen hat sich in den letzten Jahren ein wahrer Hype entwickelt. Natürlich hatte dieser in England seinen Ursprung – dort gibt es Snowdrop-Festivals en masse. Aber auch auf dem europäischen Festland finden die Zwiebelgewächse immer mehr Freunde. Und so war der dritte Schwerpunkt unserer Reise den Galanthus gewidmet. Das war für mich als bekennenden Zwiebelpflanzen-Fan natürlich ein wirklicher Höhepunkt.   Seit vielen Jahren bin ich den Blumenzwiebeln verfallen. Die Galanthus habe ich erstaunlich spät entdeckt, erst über engagierte Facebookfreunde in meiner Zwiebelgruppe habe ich Geschmack daran gefunden. Nun bin ich auch in der Galanthusgruppe und kenne mittlerweile viele Sorten. Die Kleinen sind einfach zu süß und so mutig bei Kälte und Eis schon draußen – eben dann, wenn es nicht viel anderes gibt. (Ja, ich werde auch mal über Cyclamen schreiben ;-))  Alpenpflanzen und Schneeglöckchen  In der Nähe von Brügge befindet sich die Gärtnerei von Cathy Portier. Sie ist auf Alpenpflanzen spezialisiert, aber die Gärtnerei züchtet auch Schneeglöckchen und verkauft diese in …

Gartenreise im Winter nach Belgien: Helleborus

Wegen den Helleborus waren wir eigentlich auf Gartenreise, schließlich waren wir als GdS-Fachgruppe Helleborus unterwegs. Nach dem Hamamelis-Wunder bei Antwerpen haben wir am zweiten Tag unsere Homebase ins wundervolle Brügge verlegt.    Von dort sind es ungefähr 90 Minuten Fahrt im Bus nach Hantay in Nordfrankreich, südlich von Lille. Dort ist einer der bekanntesten Helleborus-Züchter beheimatet: Thierry Delabroye. Zusammen mit seiner Frau Sandrine züchtet er Helleboren, aber auch Epimedien. Er kreuzt verschiedene x orientalis zu fantastischen Farbkombinationen und Blütenmustern, die einem die Augen übergehen lassen. Orientalis in Farben und Formen Zwei Stunden vergnügte sich unsere Gruppe zwischen der unglaublichen Auswahl und so manche Helleborus fand eine neue Heimat. Die Entscheidung fiel schwer. Immer wenn man glaubte, die gefunden zu haben, die einem am besten gefällt, stand um die Ecke noch eine verrücktere mit noch exqisiterer Zeichnung.   Drei verschiedene Ausprägungen gibt es bei den orientalis: Die einfachen, die anemonenblütigen und die gefüllten. Die anemonenblütigen Helleboren haben hinter Staubgefäßen und Narbe ein schmuckes Rüschenkränzchen, die gefüllten sind – nun ja – gefüllt, also mit einer mehrfachen …