Alle Artikel in: Garten

Volle Polle: Krokus, Iris und Schneeglöckchen

Schneeglöckchen, Iris und Krokus beginnen in meinem Garten das Jahr, zusammen mit den Helleboren. So ist ab Februar der Blütenreigen eröffnet und die Bienen nehmen das dankbar an. In diesem Jahr war es durch den kalten Winter deutlich später als sonst, erst Ende Februar. Aber dafür drückte alles gleichzeitig mit aller Macht aus dem Boden. Ich habe ein paar Fotos gesammelt, aber komme jetzt erst dazu, Euch etwas davon zu zeigen.  Den Anfang macht bei mir immer Iris histrioides „George“, dicht gefolgt von den frühen Galanthus und Crocus chrysanthus „Dorothy“. Letztere stehen so sonnig, dass sie einfach gar nicht anders können und als erste knallgelb in die Gegend leuchten. Noch ein gelber Krokus gehört zu den Frühstartern: Crocus ancyrensis, eine kleine Wildsorte, die in einem so reinen Gelb blüht, dass es kaum zu fotografieren ist. Die Blüten leuchten unglaublich stark und überstrahlen alles andere. Wenn es sehr kalt ist, hat man durchaus auch vier Wochen Freude an der Sonne im Beet. Eigentlich sollte Crocus ancyrensis eher durchlässigen Boden haben, wächst aber bei mir in normalem Boden …

Gartenreise im Winter nach Belgien: Galanthus

Was blüht noch um diese Jahreszeit – die Galanthus (Schneeglöckchen)! Um die zarten weißen Blümchen hat sich in den letzten Jahren ein wahrer Hype entwickelt. Natürlich hatte dieser in England seinen Ursprung – dort gibt es Snowdrop-Festivals en masse. Aber auch auf dem europäischen Festland finden die Zwiebelgewächse immer mehr Freunde. Und so war der dritte Schwerpunkt unserer Reise den Galanthus gewidmet. Das war für mich als bekennenden Zwiebelpflanzen-Fan natürlich ein wirklicher Höhepunkt.   Seit vielen Jahren bin ich den Blumenzwiebeln verfallen. Die Galanthus habe ich erstaunlich spät entdeckt, erst über engagierte Facebookfreunde in meiner Zwiebelgruppe habe ich Geschmack daran gefunden. Nun bin ich auch in der Galanthusgruppe und kenne mittlerweile viele Sorten. Die Kleinen sind einfach zu süß und so mutig bei Kälte und Eis schon draußen – eben dann, wenn es nicht viel anderes gibt. (Ja, ich werde auch mal über Cyclamen schreiben ;-))  Alpenpflanzen und Schneeglöckchen  In der Nähe von Brügge befindet sich die Gärtnerei von Cathy Portier. Sie ist auf Alpenpflanzen spezialisiert, aber die Gärtnerei züchtet auch Schneeglöckchen und verkauft diese in …

Gartenreise im Winter nach Belgien: Helleborus

Wegen den Helleborus waren wir eigentlich auf Gartenreise, schließlich waren wir als GdS-Fachgruppe Helleborus unterwegs. Nach dem Hamamelis-Wunder bei Antwerpen haben wir am zweiten Tag unsere Homebase ins wundervolle Brügge verlegt.    Von dort sind es ungefähr 90 Minuten Fahrt im Bus nach Hantay in Nordfrankreich, südlich von Lille. Dort ist einer der bekanntesten Helleborus-Züchter beheimatet: Thierry Delabroye. Zusammen mit seiner Frau Sandrine züchtet er Helleboren, aber auch Epimedien. Er kreuzt verschiedene orientalis-Hybriden zu fantastischen Farbkombinationen und Blütenmustern, die einem die Augen übergehen lassen. x orientalis in Farben und Formen Zwei Stunden vergnügte sich unsere Gruppe zwischen der unglaublichen Auswahl und so manche Helleborus fand eine neue Heimat. Die Entscheidung fiel schwer. Immer wenn man glaubte, die gefunden zu haben, die einem am besten gefällt, stand um die Ecke noch eine verrücktere mit noch exqisiterer Zeichnung.   Drei verschiedene Ausprägungen gibt es bei den orientalis: Die einfachen, die anemonenblütigen und die gefüllten. Die anemonenblütigen Helleboren haben hinter Staubgefäßen und Narbe ein schmuckes Rüschenkränzchen, die gefüllten sind – nun ja – gefüllt, also mit einer mehrfachen …

Gartenreise im Winter nach Belgien: Hamamelis

Eigentlich müsste ich heute Steuer machen, aber viel lieber erzähle ich von meiner wunderbaren Gartenreise zu den Hamamelis nach Belgien. Was? Mitten im Winter? Das ist ja schräg! Zu der Zeit gibt es ja nix zu sehen… Weit gefehlt! Drei Schwerpunkte hatten wir für die Tour vom 16. bis 19.2.: Hamamelis (Zaubernuss), Helleborus (Christ- oder Lenzrose) und Galanthus (Schneeglöckchen). Alle drei gehören zu den wenigen Winterblühern, die zu einer Zeit Farbe in den Garten bringen, zu der die meisten Menschen die Natur gar nicht im Blick haben. Alle drei sind zu unserer Hauptvegetationszeit eher unauffällig oder haben bereits eingezogen.   Ich war unterwegs mit der Fachgruppe Helleborus der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V. (GdS), die Reise wurde organisiert vom Fachgruppenmitglied Birgit Fellecke, die mit ihrer Firma Gartenpfade auch andere Gartenreisen macht. Wer nun glaubt, dass „Fachgruppe“ bedeutet, dass nur absolute Profis dabei sind, liegt falsch. Es sind viele Fachleute und Pflanzenfans dabei, aber auch Menschen, die einfach nur Staudenliebhaber sind und großes Interesse am Fachgruppenthema haben. Ein Fachgruppenmitglied vermehrt gezielt Helleboren im eigenen Garten und kennt …

Koishikawa Koraku-en Tokyo Kleiner See Seerosen

Ein japanischer Garten als Meditation

An den Tagen nach Weihnachten, in denen wir versuchen, etwas zu uns zu finden, ist ein  japanischer Garten genau richtig. Ich nehme euch also mit auf einen kleinen meditativen Spaziergang, den ich nach der unruhigen letzten Zeit selbst genieße. Die Fotos habe ich im Mai in Japan gemacht. Tokyo ist nicht unbedingt bekannt für seine Gärten, aber auch in der Megacity gibt es Grün – zum Beispiel Koishikawa Koraku-en, einer der schönsten Gärten Tokyos. Aus dem Getriebe und den Menschenmengen tauchen wir ein in das grüne Paradies. Vom großen See aus sind die Hochhäuser noch zu sehen. Aber das verliert sich schnell im Staunen und Genießen. Und bald tauchen wir ein in das unendliche Grün. Ein japanischer Garten ist  kunstvoll gestaltet. Formgeschnittene Azaleen und Ahornbäume begleiten uns auf dem Weg. Direkt am Teehaus gibt es ein kleines Wäldchen wundervoll geschnittener Ahornbäume und Kiefern, die sich mit ihren Stämmen über ein Wasserbecken neigen. Das Wasserbecken weitet sich zu einem flachen See mit kunstvoll platzierten Steinen. Der Weg gibt den Blick frei auf eine rot lackierte Brücke – ein munterer Farbkecks zwischen den …

Dunvegan: Ein Garten auf der Isle of Skye

Ganz im Nordwesten von Skye liegt Dunvegan und das Dunvegan Castle, Heimat des MacLeod-Clans. So ausgesetzt dem Wetter, dass man meinen möchte, hier wüchse nicht viel außer Moos, Flechten und Gestrüpp. Weit gefehlt. Dunvegan kann zwar nicht nicht mit mediterraner Hitze aufwarten, dafür aber mit einem feuchten und ausgeglichenen Klima in relativem Schutz eines tief ins Land reichenden Lochs und vorgelagerten Inseln. Besondere Gehölze in Dunvegan Rund um das Dunvegan Castle, aber auch in dem großen Schlosspark gibt es einen wahren Zauberwald mit Bäumen voller Flechten, mit schiefen und gewundenen Ästen, aber auch einigen hochgeschossenen Nadelgehölzen. Nur an derart geschützten Stellen der Insel wachsen wilde Wälder. Tannen hingegen werden gezielt in Nutzwäldern angelegt an verschiedenen Stellen der Insel. Der Waldgarten besteht aus zwei Teilen, den zweiten haben wir ausgelassen, da der Regen nicht mehr aufhören wollte. Die allgegenwärtige Eberesche (Sorbus), den rowan tree, gibt es in Dunvegan nicht nur mit den roten Beeren, sondern auch in allen Schattierungen von weiß über gelb bis rot. Auch Magnolien gedeihen an geschützten Stellen, so wie diese wundervolle Magnolia …

Stimmung Frühherbst: Hermannshof reloaded

Mal wieder hat mich mein Weg in den Hermannshof in Weinheim geführt. Diverse Male habe ich schon Fotos aus diesem tollen Garten gezeigt, der mich zu allen Jahreszeiten inspiriert. Dieses Mal war es ein wahrhaftiger Kurzbesuch, denn eigentlich war ich dort, um Bäume zu fotografieren. Was ich damit mache, das erzähle ich euch später einmal. Für heute reicht ein bunter Bilderbogen aus, um das Herz zu erwärmen und die Augen zu erfreuen.  

Trockenbeet in Weihenstephan mit Eryngium, Allium, Pennisetum orientale und Asclepias als orange Farbklecks

Der Vergleich des Unvergleichlichen: Weihenstephan und Hermannshof

Ein Vergleich zwischen zwei so unterschiedlichen Schaugärten wie dem in Weihenstephan und dem Hermannshof in Weinheim ist ein unmögliches Unterfangen. Trotzdem liegt es nahe, wenn man so wie ich beide Gärten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu sehen bekommt. Es hat eine Weile gebraucht, bis es mir gelang, die verschiedenen Charakteristika in Worte zu fassen. Um es einfach zusammenzufassen: Beide Anlagen sind richtig toll und regelmäßige Besuche wert, denn nur so lässt sich beurteilen, wie verschiedene Pflanzenkombinationen das Jahr über wirken. Sichtung im Vergleich Weihenstephan ist ein offensichtlicher Sichtungsgarten. Dort gibt es flächenweise Pflanzungen verschiedener Sorten zum Vergleich. Beispielsweise bei den Echinaceen ließ sich deutlich erkennen, welche Sorten stabil und wüchsig sind. Bei den Persicaria war mir hinterher klar, dass ich die sehr geometrischen amplexicaulis-Sorten am liebsten mag. Und selbst die Heuchera, nicht gerade meine Lieblingspflanzen, machten in der Masse der Verschiedenartigkeit richtig was her. Die Flächen sind voneinander abgegrenzt, teils durch Hecken, so dass man immer wieder neue Gartenräume betritt. Zu den Versuchsbeeten gesellen sich direkt daneben schöne Beetflächen mit charmanter Gestaltung. Im Hermannshof setzt man auf …

Die Monate der Prärie

Ab Ende Juli schlägt die Stunde der Prärie. Dann, wenn viele einheimische Sommerblüher schon durch sind, laufen die Präriepflanzen zu Höchstform auf. Und die Gräser werden jetzt am schönsten. Es lässt sich trefflich über den Begriff diskutieren, er ist auch ein Stück weit Mode geworden. Verknappt gesagt, kommen die Pflanzen in einem Präriegarten ursprünglich aus den nordamerikanischen Prärien, sie wurzeln tief und sind auch an Trockenzeiten angepasst. Gräser spielen eine wichtige Rolle. Diese Pflanzen haben gemeinsam, dass sie erst spät austreiben und im späten Sommer blühen, dafür aber weit in den Herbst hinein. In meinem Garten gibt es nur ein kleines Eckchen, das die klassische Präriebepflanzung widerspiegelt. Dieser Teil meiner Beete sieht im Juni, wenn es rundherum blüht, etwas vernachlässigt aus, lediglich Dictamus albus und die Nectaroscordum halten die Fahne hoch. Sie schieben sich im Frühling zwischen den fetten Tulpenblättern nach oben. Stars im Sommer und Winter Dann aber kommen sie: Veronica longifolia „Schneeriesin“ macht den Anfang, sie blüht endlos lange, muss aber gestützt werden, weil sie sonst umfällt. Sehr schön ist sie in Kombination mit Monarda bradburiana „Fishes“, einer spät blühenden Art …

Flieger im Garten

Im Garten sind die Flieger los. Während die geschäftigen Bienen und Hummeln verschiedener Arten geschäftig durch die Gegend brummen, gibt es auch einige Insekten, die still halten. Entweder sie sind so entspannt, wie die Fliege im Titelbild, die sich farblich geschmackvoll auf einer Echinacea-Blüte niedergelassen hat. Oder sie können noch nicht fliegen, so wie die Smaragdlibellen, die in der letzten Woche zu Dutzenden die Verwandlung von der Larve in die Imago vollzogen haben. Sie hängen lange an den Blättern, denn die Larvenhülle ist nur halb so lang wie das fertige Insekt. Bis sich der Körper auf seine ganze Länge von etwa 10 Zentimeter gestreckt hat und die Flügel aufgepumpt und ausgehärtet sind, das braucht seine Zeit. Immer wieder faszinierend!