Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hokkaido

Kitschalarm am Toya-See

Unseren letzten Tag in Hokkaīdo haben wir am Toya-See verbracht. Der Kratersee ist perfekt rund mit einer steilen bewaldeten Insel in der Mitte. Von der Südseite ergibt sich ein unglaublicher Blick über den See, die Insel und den Mount Yotei-zan, einen etwa 40 Kilometer entfernten Vulkan. Also eine auch für japanisches Empfinden perfekte Szenerie. Diesmal hatten wir ein Hotel mit einem schön angelegten Garten. In Hokkaido ist die Natur noch nicht so weit wie weiter im Süden, so dass die späten Kirschen noch blühten und ihre zarten Blütenblätter im Wind zu Boden flattern ließen. Der Onsen des Hotels lag schlicht und schön direkt am See. Zu allem Überfluss (Achtung, Kitschalarm!) gab es am Abend ein japanisches Feuerwerk auf dem See, das wir im heißen Wasser des Onsen genossen haben.   Kopfkino Ein Endless Pool aus weißem und schwarzem Granit, voll mit dampfend heißem Wasser. Der Blick geht direkt auf den See. Im Wasser des Sees spiegeln sich die Berge. In der Ferne leuchtet ein schneebedeckter Vulkan. Nahtlos geht die Spiegelung vom See in den Pool …

Fahr zur Hölle!

Die Hölle in Japan ist der Ort, an dem grimmig aussehende Teufel wohnen, die dicke Keulen schwingen. Irgendwelche dort wegen ihrer Sünden schmorende Menschen gibt es im Shintoismus nicht. Und um Buddhismus schon gar nicht. Das ist schon einmal sehr beruhigend. Der Eingang zur Hölle befindet sich auf Hokkaido, genauer gesagt in Noboribetsu. Dort gibt es heiße Quellen, die mit Schwefel versetzt sind. Aus den Ritzen am Berg dampft es. Das Wasser in den Seen und Bächen ist kochend heiß und hellgrau. Über der ganzen Region liegt ein merkwürdiger Geruch. Unser Hotel lag an einem Auslauf der Wasserbecken, so dass unser Schlaf vom Rauschen der Wasserfälle samt Aroma begleitet war. Onsen – Himmel Die heißen Quellen werden in die Onsen der umliegenden Hotels geleitet. In dem heißen Wasser lässt sich wunderbar entspannen. An vielen Orten in Japan gibt es heiße Quellen und entsprechende Bäder, Onsen ist sozusagen ein Volkssport. Nicht überall riecht man hinterher so apart nach Eiern wie in Noboribetsu, aber da man sich nach dem Bad noch einmal gründlich wäscht, ist alles bestens. …

Hokkiko – Wir gehen nach Hokkaīdo

Remote Hokkaīdo… Das gilt nicht mehr, da seit März der Shinkansen direkt bis Hakodate fährt. 25 km Tunnel unter dem Meer verbinden Honshū, die Hauptinsel, mit Hokkaīdo. Das Klima ist dem unseren ähnlicher, mit Schnee im Winter und nicht so schwülheiß wie Tokyo. Die Berge sind genauso steil und wild bewachsen wie überall in Japan, nur noch unzugänglicher. Immer wieder ergeben sich Blicke auf schneebedeckte Berge. In Hakodate geht es eher gemächlich zu. Die Stadt ist architektonisch uninteressant, hat aber einen gewissen relaxten Charme – und eine uralte Straßenbahn mit Holzfußboden (!). In der Mitte liegt eine ehemalige Shogūn-Burg. Die sternförmige Anlage ist heute Park mit uralten Kirschbäumen, Glyzinien und Azaleen, alle sorgfältig beschnitten. Derzeit blühen ein Teil der Azaleen und verströmen einen betörenden Duft. Es gibt zwei Dinge, die man in der Hafenstadt unbedingt gemacht haben muss: Mit der Gondel abends auf den Mount Hakodate und auf dem Morning Market Meeresfrüchte essen. Beides haben wir gemacht. Japanese Food gibt es als extra Beitrag. Der Berg bietet einen 360-Grad-Rundumblick auf die Bucht, die Berge von …