Alle Artikel mit dem Schlagwort: Japan

Koishikawa Koraku-en Tokyo Kleiner See Seerosen

Ein japanischer Garten als Meditation

An den Tagen nach Weihnachten, in denen wir versuchen, etwas zu uns zu finden, ist ein  japanischer Garten genau richtig. Ich nehme euch also mit auf einen kleinen meditativen Spaziergang, den ich nach der unruhigen letzten Zeit selbst genieße. Die Fotos habe ich im Mai in Japan gemacht. Tokyo ist nicht unbedingt bekannt für seine Gärten, aber auch in der Megacity gibt es Grün – zum Beispiel Koishikawa Koraku-en, einer der schönsten Gärten Tokyos.

Kyoto Tempelwahn, Teil 2

Das Bild, das ich von einem japanischen Tempel im Kopf hatte, ist zen-buddhistische Ruhe und Meditation, Austerität und Ruhe. In Kyoto findet sich sicherlich ein solches Plätzchen, aber der Rummel, den ich in den großen Tempeln erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Schulklassen, Touristen, Fressbuden – alles wild durcheinander. Mir scheint, Zen besteht darin, dies alles mit unerschütterlicher Gelassenheit an sich vorbei ziehen zu lassen. In Kyoto gibt es so viele Tempel und Schreine, dass ein ganzer Urlaub nicht für alle ausreicht – geschweige denn die zwei Tage, die wir dort waren. Dennoch haben wir neben Kinkaku-ji (schon gezeigt) noch Kiyomizu-dera und den Fushimi-Inari-Schrein gesehen. Alle drei sehr speziell und im Charakter völlig unterschiedlich. Aber irgendwie ist immer Bergsteigen angesagt. Kiyomizu-dera  liegt oben am Hang und setzt sich aus mehreren Tempeln und Schreinen zusammen. Wenn man den Berg auf einer Straße voll mit Andenkenläden und Naschereien erklommen hat, dann ergibt sich eine fantastische Sicht über Kyoto auf die Bergrücken hinter der Stadt. Der Tempel steht direkt über einem Steilhang, die Terrasse schwebt in dicken Holzbalken über dem …

Japanese Food, Teil 2

Meeresfrüchte! Fisch! Frisch! Lecker! Wer nach Japan fährt, sollte Fisch mögen, denn diesen gibt es in allen möglichen Zubereitungsarten und immer frisch. Eines der Paradiese ist Hokkaido. In Hakodate waren wir auf dem Morning Market, dort gibt es noch lebende King Crabs, Krebse und Tintenfische aller Arten. Dazu verschiedene Fische, Seeigel, Jakobsmuscheln, Abalone, Meeresschnecken, Rogen, Garnelen in frisch und in getrocknet, aber auch eingelegt. Das Essen dort ist entsprechend lecker und wer es verpasst ist selbst schuld. Wer einen Tintenfisch will, bekommt ihn frisch geschlachtet. Die Tuben der Kalmare werden dann in feine Streifen geschnitten. Die Tentakel werden daneben gesetzt, sie bewegen sich, wenn sie mit Sojasauce beträufelt werden, was an der elektrischen Restspannung direkt nach dem Töten liegt. Ich hatte es auf die King Crabs abgesehen, da sie zu meiner erklärten Lieblingsspeise gehören. Das Fleisch ist leicht süßlich und feinaromatisch, aber nicht so süß wie das des Hummers, sondern eher salzig-frisch. Dazu gab es Seeigel, der zwar interessant schmeckt, aber nicht mein liebstes der Meeresfrüchte ist. Auch in den Hotels gab es Meerestiere satt, ich habe mich am …

Hydrangea-Flash mit Bodhisattva

Nun bin ich wieder zu Hause, aber noch ist längst nicht alles verarbeitet, Kamakura zum Beispiel. Es wird also noch einiges aus Japan zu sehen geben. Heute also unseren Besuch in Kamakura. Hase-Dera ist eine sehr schöne Zen-Tempel-Anlage direkt an einem steilen Berg gelegen mit Blick über die Bucht von Kamakura. Das Herz der Anlage ist eine fast 10 Meter hohe Statue von Kannon – das entspricht im Mahayana-Buddhismus und in Indien dem Bodhisattva Avalokiteshvara, der das Mitgefühl verkörpert. Die Statue stammt aus dem 8. Jahrhundert und ist eine spezielle Darstellung mit elf Köpfen. In der einen Hand hält sie einen Louts und in der anderen, ausgestreckten einen Stab. Mittlerweile vergoldet trohnt Kannon in der Haupthalle des Tempels. Ich stand eine Weile davor und habe die Atmosphäre eingesogen, die diese Figur ausstrahlt. Die Tempel von Hase-Dera sind umgeben von einem schönen und gut gepflegten Garten. Im Steilhang stehen fast nur Hortensienbüsche neben einigen Crocosmia und weiteren Zwiebelpflanzen. Die Hydrangea, alles die klassischen Sorten mit den glatten Blättern, waren gerade am Aufblühen und zeigten eine fantastische …

Megacity Tokyo

Von den gigantischen Ausmaßen Tokyos eine Vorstellung zu bekommen, ist am Boden schwer. Wir waren schon auf den Rathaustürmen in Shinjuku, aber den richtigen Megacity-Schock gibt es erst auf dem Tokyo Sky Tree. Mit 634 Metern Höhe ist er der höchste Turm der Erde. Dass er mitten in einem Erdbebengebiet steht, gibt mir schon zu denken, aber bereits der Flyer spricht die spezielle Konstruktion des Turms an. Er wirkt vom Boden aus sehr filigran und schlank. Gestern war das Wetter gruslig, den ganzen Morgen regnete es wie aus Eimern. Zeit für Shopping in der Kappabashi Dori, einer Straße, in der es ausschließlich Haushaltswaren gibt. Ein Traum für alle, die nicht genug bekommen können von Schälchen, Schüsseln, Stäbchen, Tellerchen, Siebchen, Löffelchen, aber auch von japanischen handgeschmiedeten Messern, die einträchtig neben der guten deutschen Ware ausgestellt sind. Ja, Doitsu, das hat hier noch einen echten Wert! Nachdem wir in völliger Shoppingerschöpfung mal wieder den Blick nach oben richteten, war es etwas aufgerissen. Da haben wir es spontan zum Abend gewagt. Auf dem Sky Tree Der Tokyo Sky …

Japan kulturell

Heute war unser Kultur-Tag: Ein Lehrgang in japanischer Alltagskultur… Wer mit wollte, konnte vormittags in Akihabara shoppen: Alles, was bunt ist oder einen Stecker hat. Ich war nicht dabei, weil ich endlich in Ruhe mal einen Garten anschauen wollte. Wir hatten uns vor zwei Tagen in Akiba schon umgesehen, was mir persönlich ausreichte. Die Spiele-Freaks aber kommen voll auf ihre Kosten, auch Second Hand lassen sich gute Schnäppchen machen. Außerdem gibt es schräge Läden, in denen es das gesamte Zubehör gibt, um sich in eine Manga- oder Anime-Figur zu verwandeln. Aber heute nachmittag und abends war ich dann wieder dabei: Mit dem rosa Bus zur Shopping Mall. Wir waren außerhalb von Tokyo in Toro, also dort, wo es garantiert keine Touristen gibt außer uns und wo die Preise noch normal sind. Das Programm: 100 Yen-Shop – soooo was von genial, was es da für Schnick-Schnäckchen gibt, die einem so in die Tüte springen. Und in den Book off, eine Second Hand-Kette, die es hier an jede Ecke gibt. Das Angebot ist grenzenlos, vom Surfboard bis …

Notizen von unterwegs

Ihr fragt euch sicherlich, wann ich diese Blogbeiträge schreibe. Die Antwort: Unterwegs. Ich schreibe in der Notizfunktion des iPhone (braucht keine Verbindung) in Bus oder Bahn, wo immer wir gerade eingequetscht zwischen Koffern, Rucksäcken, Japanern, Chinesen und anderen (fast ausschließlich asiatischen) Nationalitäten von A nach B gurken. Da wir alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen, ergattert man nicht immer einen Platz mit Aussicht. Da mir das Schreiben leicht von der Hand geht, entsteht ein solcher Text in einer Viertelstunde. Die Fehlerkorrekturen dauern am längsten, da ich bei dem einen oder anderen Schlagloch manchmal ganz schönen Salat eintippe. Dieser Text beispielsweise entstand auf der Busfahrt unterwegs von Toya Onsen nach Toya Eki (also dem Bahnhof von Toya). Technisch bin ich mittlerweile eingegroovt. Meine Kamera (Canon 760D) baut ein internes WLAN auf, in das ich mich mit dem iPhone einlogge. Dann übertrage ich die gewünschten Bilder aufs Smartphone. Dort bearbeite ich die Bilder in Snapseed. Es sind ja raws mit 25-30 MB, die müssen etwas nachbearbeitet und vor allem verkleinert werden. Lightroom wär mir lieber, da bleibt die …

Kitschalarm am Toya-See

Unseren letzten Tag in Hokkaīdo haben wir am Toya-See verbracht. Der Kratersee ist perfekt rund mit einer steilen bewaldeten Insel in der Mitte. Von der Südseite ergibt sich ein unglaublicher Blick über den See, die Insel und den Mount Yotei-zan, einen etwa 40 Kilometer entfernten Vulkan. Also eine auch für japanisches Empfinden perfekte Szenerie. Diesmal hatten wir ein Hotel mit einem schön angelegten Garten. In Hokkaido ist die Natur noch nicht so weit wie weiter im Süden, so dass die späten Kirschen noch blühten und ihre zarten Blütenblätter im Wind zu Boden flattern ließen. Der Onsen des Hotels lag schlicht und schön direkt am See. Zu allem Überfluss (Achtung, Kitschalarm!) gab es am Abend ein japanisches Feuerwerk auf dem See, das wir im heißen Wasser des Onsen genossen haben.   Kopfkino Ein Endless Pool aus weißem und schwarzem Granit, voll mit dampfend heißem Wasser. Der Blick geht direkt auf den See. Im Wasser des Sees spiegeln sich die Berge. In der Ferne leuchtet ein schneebedeckter Vulkan. Nahtlos geht die Spiegelung vom See in den Pool …

Fahr zur Hölle!

Die Hölle in Japan ist der Ort, an dem grimmig aussehende Teufel wohnen, die dicke Keulen schwingen. Irgendwelche dort wegen ihrer Sünden schmorende Menschen gibt es im Shintoismus nicht. Und um Buddhismus schon gar nicht. Das ist schon einmal sehr beruhigend. Der Eingang zur Hölle befindet sich auf Hokkaido, genauer gesagt in Noboribetsu. Dort gibt es heiße Quellen, die mit Schwefel versetzt sind. Aus den Ritzen am Berg dampft es. Das Wasser in den Seen und Bächen ist kochend heiß und hellgrau. Über der ganzen Region liegt ein merkwürdiger Geruch. Unser Hotel lag an einem Auslauf der Wasserbecken, so dass unser Schlaf vom Rauschen der Wasserfälle samt Aroma begleitet war. Onsen – Himmel Die heißen Quellen werden in die Onsen der umliegenden Hotels geleitet. In dem heißen Wasser lässt sich wunderbar entspannen. An vielen Orten in Japan gibt es heiße Quellen und entsprechende Bäder, Onsen ist sozusagen ein Volkssport. Nicht überall riecht man hinterher so apart nach Eiern wie in Noboribetsu, aber da man sich nach dem Bad noch einmal gründlich wäscht, ist alles bestens. …

Japanese Food – Teil 1

In einer Reisegruppe unterwegs zu sein, hat Vorteile – zumal wenn es eine so supernette ist! Jeder bestellt beim Essen was anderes, dann schauen wir mal, was da so kommt. Die gefühlten Trilliarden Getränkeautomaten spucken auch interessantes aus – für Koffeinjunkies das echte Paradies. Wer im Urlaub aber auch etwas Schlaf bekommen möchte, sollte darauf achten, welche Taste er drückt… Mein Favorit ist Calpis in allen Varianten, eine Art Milchsäurelimo. An jeder Ecke gibt es einen Konbini, wo man alle Dinge des täglichen Bedarfs bekommt, auch besondere Naschereien, wie getrocknete Tintenfische als Snacks, Tomaten-Gummibärchen oder alles mögliche von Eis bis Baumkuchen in grün, also mit Matcha. Überhaupt glaube ich so langsam, dass grün die Lieblingsfarbe in Japan ist, denn Matcha ist irgendwie überall drin. Auch im Mochi-Teig, einem an sich weißen glasigen Teig aus gestampftem Reis, aus dem alles mögliche hergestellt wird. Der Hit waren die kleinen gefüllten, farblich zum Inhalt passenden Teigdreiecke. Im rötlichen Teig waren rote Bohnen mit Zimt. Süße Bohnen finde ich noch immer gewöhnungsbedürftig, aber mit Zimt waren sie lecker. Essen …