Alle Artikel mit dem Schlagwort: Winter

Gartenreise im Winter nach Belgien: Hamamelis

Eigentlich müsste ich heute Steuer machen, aber viel lieber erzähle ich von meiner wunderbaren Gartenreise zu den Hamamelis nach Belgien. Was? Mitten im Winter? Das ist ja schräg! Zu der Zeit gibt es ja nix zu sehen… Weit gefehlt! Drei Schwerpunkte hatten wir für die Tour vom 16. bis 19.2.: Hamamelis (Zaubernuss), Helleborus (Christ- oder Lenzrose) und Galanthus (Schneeglöckchen). Alle drei gehören zu den wenigen Winterblühern, die zu einer Zeit Farbe in den Garten bringen, zu der die meisten Menschen die Natur gar nicht im Blick haben. Alle drei sind zu unserer Hauptvegetationszeit eher unauffällig oder haben bereits eingezogen.

Winter-Sonnenaufgang mit Nebel

Kalter Sonnenaufgang

Ein Sonnenaufgang im Winter ist ganz besonders, der Farbkontrast zwischen warmen und kalten Tönen an einem sehr kalten Tag ist fantastisch. Und da ich die Tage endlich dazu gekommen bin, meine Kamera wieder in die Hand zu nehmen, gibt es natürlich Fotos!

Unwirklicher Morgen

Das derzeitige Wetter ist eine Herausforderung. Nicht nur für Pflanzenfreunde, die sehnsüchtig auf Frühlingstage warten, sondern auch für Fotografen. Am Ende des Winters ist grau in grau einfach nur richtig grau. Das Restlaub, das im Winter lange noch Farbe gibt, ist längst zu Schmuddelfarbe mutiert. Und trotzdem gibt es überraschende Tage. Der Freitag früh war ein solcher. Nach dem sonnigen Vortag wollte ich das Wetter für ein paar Morgenaufnahmen nutzen. Dann hab ich erst um 7 die Kurve gekriegt und als ich loslegen wollte, waberte der Hochnebel vor die Sonne. Na toll… Ja, es war toll!!! Der Hochnebel hat eine ganz merkwürdige pink-graue Tönung und die sehr schnell wechselnden Lichtverhältnisse schufen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Der mit Raureif bedeckte Boden gab der Szenerie etwas unwirkliches. Die pink-Tönung ist auch mit Nachbearbeitung kaum zu entfernen, da sie sehr unregelmäßig über den Himmel verteilt ist, je nach Dicke des Nebels und der Richtung des Lichteinfalls. Ein paar hundert Meter vor zu Hause musste ich dann doch noch einmal zur Kamera greifen, kurz bevor der Nebel endgültig zu machte. Aber nur rasch …

Ein besonderes Winterlicht

Der Freitag früh begann gut: Wie angesagt war der Himmel klar. Aber es war eine klassische Inversionswetterlage, die ein völlig anderes Licht schuf. Fahl und grau in Richtung der Sonne, mehr blasse als starke Farben. Dazu der mit Raureif bedeckte Boden in eisigem Blau und die wilden, schwarzen Äste der Obstbäume. Nach dem Sonnenaufgang ergab sich ein besonderer Blick über Schönaich in Richtung Schönbuch. Wer genau hinsieht, kann im Dunst noch den Waldenbucher Funkturm erkennen.

Alles im Bach

Heute war das Wochenendwetter endlich einmal schön und schon lange wollte ich den kleinen Bachläufen in der Umgebung einen Besuch abstatten. Und zwar bevor das Laub an den Bäumen ist und kein Licht mehr auf den Boden fällt und bevor die Ufer wieder völlig mit Brennesseln und Disteln zugewachsen sind. Da der Boden im Schatten noch gefroren war, konnte ich zudem ohne durch Matsch zu waten direkt ans Wasser. Meine persönliche Aufgabe heute war, Langzeitbelichtung auszuprobieren. Das ist ein echtes Geduldspiel, wenn es zwischen 8 und 25 Sekunden braucht, bis ein Bild im Kasten ist. Ich habe einen ND-Filter 64x verwendet, mehr war nicht nötig, da das Licht ja doch etwas schummrig war und schon so längere Belichtungszeiten nötig waren. Etwas Kraxelei war schon angesagt, aber wer das Gefummel mit Stativ und Filtern nicht scheut, wird auch belohnt. Und ich habe wieder ein paar schöne Strecken für’s Nordic-Walking entdeckt. Und so wie unten sah das dann heute aus. Normalerweise nutze ich die Mittelsäule am Stativ nicht, so hoch ist das doch recht wackelig. Aber mit Spiegelvorauslösung geht …

Zarter Traum

Verdammt, ich kann es einfach nicht lassen… Zu schön sind die Elfen, als dass es sich nicht lohnen würde, vor ihnen niederzuknien. Ohne Stativ geht gar nichts. Meines hat eine umlegbare Mittelsäule. Damit komme ich ziemlich gut in Bodennähe. Der Kugelkopf wird dann so gedreht, dass die Kamera über Kopf befestigt werden kann und gerade so eben knapp über dem Boden schwebt. Dabei ist ein schwenkbares Display eine praktische Einrichtung, denn an den Sucher komme ich in diesem Fall nicht mehr dran, da er sich etwa 5 Zentimeter oberhalb der Erde befindet. Tja, und dann kann es losgehen, die zarten Geschöpfe in ihrer vollen Schönheit abzulichten. Canon 2,8, 100mm Makro

Tapfere Schneiderlein

Warum wundert es mich nur, dass es im Februar schneit und Schmuddelwetter ist? Ist doch eigentlich normal.  Aber ein paar schöne Vorfrühlingstage könnte ich schon vertragen. Seit gefühlten Ewigkeiten zieht es mich nicht mehr zum Fotografieren raus. Die Welt ist grau in grau – einfach nicht so meins. Nur im Garten lassen sich die frühen Zwiebelblüher nicht beirren und schieben stetig Blüten und Blatt. Wahrhaft tapfere Schneiderlein! Sie zaubern selbst in geschlossenem Zustand Farbe in die Welt. Da lohnt es sich, im Schneetreiben mit der Kamera auf dem Boden herumzukriechen. Zwiebeliris wie die Iris reticulata „Gordon“ auf dem Titelbild bleiben offen, wenn sie einmal aufgeblüht sind. Krokusse hingegen warten auf Sonne. Sie bleiben so lange geschlossen oder gehen wieder zu, wenn ihnen das Wetter nicht passt. Der Crocus tommasianus oder Elfenkrokus ist gut an seinen weißen Stängeln zu erkennen. Seinen rosafarbenen Bruder hatte ich ja bereits vorgestellt. Was der Name eher nicht vermuten lässt: Der Elfenkrokus ist sehr robust und vermehrt sich leicht. Wo es  ihm gefällt, bildet er ganze Wiesen. Seine Heimat ist Dalmatien, also der westliche …

Unters Röckchen geschaut

Faszinierend an Krokussen finde ich die Narbe, deren Enden aussehen wie leuchtende Puderquasten. Eine ganz schöne Show für so ein kleines Pflänzchen. So genehmige ich mir gerne einen näheren Blick, auch wenn ich dafür auf den Boden gehen muss. Da heute die Krokusse wegen Schietwetter geschlossen haben, habe ich aus meinem Archiv ein paar Bilder ausgewählt. Die ersten fünf sind Frühjahrsblüher, der Firefly ist immer schon im Januar da, während Zwanenburg aktuell erst ein paar Blättchen schiebt. Danach folgen die Herbstblüher. Viele wissen gar nicht, dass es auch zu dieser Zeit Krokusse gibt, dabei sind diese im Habitus oft sehr zart und mit einer wunderschönen Zeichnung. Aichtinsonii veranstaltet sicherlich das größte Spektakel. Zephyr ist ein zarter, weißer Krokus. Der Artname „pulchellus“ alias „der Hübsche“ passt perfekt. Eine Blüte passt nicht hinein: Die Sternbergia ist kein Krokus, auch wenn sie so aussieht. Die Narbe verrät sie – in dieser Zusammenstellung sehr gut zu erkennen.        

Von Streifenhörnchen und Elfen

Kaum war ein bisschen Sonne, da wird es im Garten bunt. Blüten von feinster Zartheit schieben sich in den wintergrauen Garten und überraschen mit viel Farbe. Metereologisch ist zwar noch Winter, aber daran schert sich weder das Wetter noch die Zwiebelblüher. Eine so frühe Blüte ist nicht ungewöhnlich, Zwiebeliris und Alpenveilchen blühen auch im Schnee. Auch die Krokusse, sie aber öffnen sich nur, wenn die Sonne scheint oder es nicht regnet – nur dann fliegen auch die Insekten. Zwiebeliris mögen gerne einen guten Wasserabzug, ansonsten sind sie unkompliziert. Bei dieser Blütezeit müssen sie das auch. „George“ macht mit seinem geradezu kirchlichen Purpur den Anfang der Prozession. Irgendwie eine nicht gerade frühlingshafte Farbe, in der schrägen Wintersonne aber wahrhaft exquisit. Im Verlauf der nächsten eineinhalb Monate wird das Orchester noch etwas bunter. De Jager ist der König der Streifenhörnchen und ein echter Frühaufsteher. Seit Wochen schon lauern die Blüten auf Sonne. Er braucht den Winter über trockene Füße und liebt die Sommerhitze, so dass es ihm im Steingarten gut gefällt. Das kann man von anderen Krokussorten nicht behaupten. Das Titelmodel, der …

Drei Tage drei Wetter

Voriges Wochenende waren wir im Allgäu auf einer Hütte hinter Hohenschwangau. Das Wetter präsentierte sich höchst abwechslungsreich. Der abendliche Aufstieg zur Hütte begann mit einer wunderbaren feuchtkalten Nebelstimmung auf einer verschneiten Wiese. Die Verkehrung von Licht und Dunkel war unwiderstehlich. Der nächste Tag erfreute uns mit klarblauem Himmel und Sonne. Harte Kontraste machten das Fotografieren nicht leicht. Ohne Polfilter bleibt bei solchen Verhältnissen fast nur noch Licht und Schatten übrig, wie man am Titelbild erkennen kann. Meine schönsten Fotomodelle aber waren eine große Gruppe von alten Bäumen in dem Tal vor der Hütte. Knorrige Äste, mit Moos überwuchert und mit Farnen bewachsen gaben Farbe im Schnee. Ein Baum war in der Mitte bereits hohl, aber bildete trotzdem eine mächtige Krone. Hier habe ich mit Weitwinkel 18mm fotografiert. Am Tag darauf sah alles anders aus. Schneegraue Wolken, 30 cm Neuschnee und dichter Schneefall verwandelten die Welt in das totale Gegenteil: Null Kontrast, keine Farbe, ein dunkler Tag trotz des vielen Weiß. Die Kinder allerdings hatten ihre wahre Freude und die Fotografin sah zu, dass sie sich rechtzeitig …