Garten
Kommentare 6

Volle Polle: Krokus, Iris und Schneeglöckchen

Schneeglöckchen, Iris und Krokus beginnen in meinem Garten das Jahr, zusammen mit den Helleboren. So ist ab Februar der Blütenreigen eröffnet und die Bienen nehmen das dankbar an. In diesem Jahr war es durch den kalten Winter deutlich später als sonst, erst Ende Februar. Aber dafür drückte alles gleichzeitig mit aller Macht aus dem Boden. Ich habe ein paar Fotos gesammelt, aber komme jetzt erst dazu, Euch etwas davon zu zeigen. 

Crocus chrysanthus „Blue Pearl“ wird von einer Biene angeflogen

Den Anfang macht bei mir immer Iris histrioides „George“, dicht gefolgt von den frühen Galanthus und Crocus chrysanthus „Dorothy“. Letztere stehen so sonnig, dass sie einfach gar nicht anders können und als erste knallgelb in die Gegend leuchten. Noch ein gelber Krokus gehört zu den Frühstartern: Crocus ancyrensis, eine kleine Wildsorte, die in einem so reinen Gelb blüht, dass es kaum zu fotografieren ist. Die Blüten leuchten unglaublich stark und überstrahlen alles andere. Wenn es sehr kalt ist, hat man durchaus auch vier Wochen Freude an der Sonne im Beet. Eigentlich sollte Crocus ancyrensis eher durchlässigen Boden haben, wächst aber bei mir in normalem Boden prima. Er hat es dort aber richtig sonnig und im Sommer ohne Bewässerung.

Crocus ancyrensis hat das reinste Gelb

Frühlingsiris sind Zwiebelpflanzen

Zwiebeliris sind eine wahre Freude, die Blüten sind kleine Preziosen. Ich habe mir im Verlauf der Jahre einige Sorten zugelegt. Sicher am robustesten ist „Katherine Hodgkin“, sie vermehrt sich bei mir problemlos in normalem Gartenboden. Iris histroides „George“ braucht einen sonnigen und trockenen Platz, dann wächst sie gut. Gleiche Ansprüche, am besten Steingarten, haben die überaus zarten und schlanken reticulata-Sorten, wie z.B. „Halkis“, „Purple Gem“ oder „Spring Time“. Wichtig ist der gute Wasserabzug. Trotzdem haben die Iris ihre Launen – mal kommen sie gut, mal weniger. „Spring Time“ hat dieses Jahr beispielsweise deutlich weniger Blütenansätze, während „George“ nach einem eher schlechten Vorjahr diesmal in Hochform ist.

Zart-samtige Schönheit: Iris reticulata „Purple Gem“

Ich hatte „Purple Gem“ mal im Topf über den Winter, das mochte sie gar nicht. Nach einer Rettungsaktion mit Umzug in den Steingarten hat sie sich prima erholt. „Spring Time“ hingegen ist bei mir eine Spätaufsteherin, sie kommt grundsätzlich als letzte Iris, wenn alle anderen schon wieder schlapp machen. Es ist also jedes Jahr eine Überraschung.

Krokus – der Lächel-Zauberer

Mein Vorgarten ist erst im zweiten Frühling. Im April/Mail 2015 haben wir ihn angelegt und ich habe die ersten übrigen Krokusse sozusagen in the green gesetzt. Im Herbst folgte dann der Rest. Aber der sonnige Platz im Winter, der den Rest des Jahres komplett mit Gräsern zugewachsen ist, scheint ihnen zu behagen. Ich freue mich, dass ich ihnen jeden Tag auf dem Weg zur und von der Arbeit Hallo sagen kann und komme mit vielen freundlichen Vorbeigehenden ins Gespräch. Dort wachsen übrigens auch meine Schneeglöckchen – ja, auch die „teuren“ Exemplare. Da wir keinen Zaun haben, hoffe ich, dass keiner klauen geht. Aber die Nachbarschaft ist aufmerksam – irgendeinen Vorteil müssen die kleinen, eng beieinander liegenden Stadtgrundstücke ja haben. Und so teile ich meine Freude an Schneeglöckchen und Krokus und an allem, was da noch im Verlauf des Jahres kommt, mit vielen Menschen.

Crocus minimus und Crocus „Spring Beauty“ mit Galanthus „Primrose Warburg“, „Amy Doncaster“ und poculiformis

Die Schönheiten im Titelbild sind übrigens Crocus tommasinianus roseus. Die so genannten Elfenkrokusse sind so zart und fein. Die Außenseite der Blütenblätter ist oft sehr hell, ebenso der Blütenstängel. Sie öffnen sich bei Sonne ganz weit. Auch hier gibt es mehrere Sorten. Die Elfen lieben es etwas feuchter und recht nährstoffreich, dann vermehren sie sich sehr gut. Sie machen sich auch toll in Wiesen, die aber dann bis zum Blatteinzug nicht gemäht werden sollten. Da das bei uns nicht geht, habe ich sie ausschließlich in den Beeten.

A propos Vermehrung: Der robusteste Krokus bei mir ist Crocus etruscus „Zwanenburg“. Er hat eine hübsche Zeichnung und wird mehr und mehr, egal, wo ich ihn hinsetze. Da er aber so schön ist, bin ich ihm gar nicht böse darum.

Crocus etruscus „Zwanenburg“: robust und vermehrungsfreudig

Ebenfalls als erstaunlich robust hat sich Crocus sieberi „Firefly“ herausgestellt. Er hat eine aparte zweifarbige Blüte und blüht manchmal auch schon sehr früh, im vorigen Winter schauten schon Ende Dezember die Knospen heraus. Von den sieberi gibt es auch noch andere Sorten, beispielsweise mit drei Farben – also noch einem dunklen Stängel. Ich hatte bei der Anlage des Vorgartens vor zwei Jahren drei Zwiebelchen dort entdeckt, jetzt ist es schon ein ansehnlicher Horst.

Crocus sieberi „Firefly“

Eine besondere Schönheit mit ihren markant gefiederten Außenseiten ist Crocus minimus. Er ist wirklich nur ein paar Zentimeter hoch, hat aber mit „Spring Beauty“ noch einen großen Bruder, der es immerhin auf die doppelte Höhe bringt. Ich habe beide beim Setzen irgendwie durcheinander geworfen. Macht aber nichts, ist trotzdem schön!

Crocus minimus und Crocus „Spring Beauty“ sind genau gleich gezeichnet.

Crocus imperati „De Jager“ hingegen wächst gerne im Steingarten. Er hat eine sehr schöne eher rötliche gefiederte Zeichnung außen und macht sich gut bei den Iris und zwischen den Sempervivum. Im vergangenen Winter hat er schon im Schnee geblüht, in diesem Jahr war er hingegen sehr spät dran. Es sind eben auch einige Blühzeiten durcheinander geraten. Übrigens ist bei allen Zwiebelblühern eine Düngergabe wichtig, wenn sie austreiben. Danach geht es auch noch, aber nicht zu spät, sie ziehen ja schnell wieder ein.

Zwiebeln haben bei mir Suchtfaktor. Ob Krokusse oder Iris, Galanthus oder andere, ich kann nicht genug davon bekommen. In diesem Jahr sind wieder einige Galanthus hinzu gekommen, aber auch ein Colchicum hungaricum, ein zartes, im Frühjahr blühendes Steingartenpflänzchen. Und noch ein paar Cyclamen coum, die schon im Winter Blüten schieben und ganz toll zu den anderen Frühlingsblühern passen… Und jetzt stehen Fritillaria meleagris und raddeana in den Startlöchern. Tulpen treiben, das Allium hat schon wieder 10 Zentimenter lange Triebe und die Camassia semiplena hat sich zu meiner Freude vermehrt. Das Gartenjahr ist längst in vollem Gange!

Für weitere Bilder bitte hier in die Galerie schauen:

Krokusflut im Hermannshof

Ende Februar war ich im Hermannshof in Weinheim, da blühen zu dieser Zeit die Elfenkrokusse (Crocus tommasinianus) und die Winterlinge. Die Masse an Blüten ergießt sich wie ein wundervoller Fluss über die Beete. Bis es bei mir soweit ist, braucht es noch… Hier ein paar Impressionen:

6 Kommentare

  1. Wirklich traumhaft schöne Bilder Sylvia! Die ‚Purple Gem‘ kommt gleich auf meine Wunschliste… Crocus minimus und ‚Spring Beauty‘ am besten auch!
    Liebe Grüße,
    Barbara

  2. Sabine Pecoraro-Schneider sagt

    Herrliche Zwiebeln, Sylvia! Meine Liste wird immer länger…..

    LG, wir sehen uns!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.